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Pflanze des Monats

Riesenfedergras
Celtica gigantea

Hohe Gräser sind eigentlich erst im Spätsommer aktuell, doch das Riesenfedergras ist eine Ausnahme. Schon im Mai steigen die Halme zwischen niedrigeren Pflanzen fontänengleich empor, um später wie flirrende Wölkchen darüber zu schweben.

Dieses zart anmutende Gras stammt aus Südspanien und Marokko; es liebt heisse und sonnige Standorte, durchlässigen Boden und freien Stand. Die Pflege ist einfach: Wer mag, schneidet die Blatthorste im Spätwinter eine Handbreit über dem Boden zurück und später, im Sommer, die verblühten Halme, falls diese das Bild stören. Düngen und Giessen kann man sich sparen. Gelegentlich versamt es sich, was meistens Anlass zur Freude ist – und ansonsten sind die Pflänzchen schnell gejätet oder eingetopft und verschenkt.

In den Merian Gärten bildet das Riesenfedergras einen luftigen Kontrast zu den bombastischen Blütenständen der Steppen- und Königskerzen. Es bleibt trotz seiner Höhe transparent und fängt mit seinen flirrenden Rispen das Sonnenlicht ein. Der Sommer kann kommen!

Standort: Im Farbhügel neben dem Pächterhaus Vorder Brüglingen

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Pflanze des Monats

Spanischer Ginster
Genista hispanica

Trockener, steiniger Boden? Vollsonnig und heiss? Keine Lust, nach Feierabend den Garten zu giessen? Dann wäre der Spanische Ginster eine passende Pflanze für Ihren Garten. Er wächst zu einem kompakten Kissen heran, sieht das ganze Jahr über proper aus, und ab Mitte April ist er übersät mit gelben Blüten, an denen diverse Insekten ihre Freude haben. Dünger produziert er selber, mithilfe von Knöllchenbakterien in seiner Wurzel. Im Gegensatz zu anderen Ginsterarten verträgt er sogar unseren kalkhaltigen Boden.

Aber aufgepasst beim Kauf! Als Spanischen Ginster bekommen Sie im Handel oft den Binsenginster. Hierbei kommt es nämlich auf den botanischen Namen an: Genista hispanica ist niedrig, kompakt und wunderschön; Spartium junceum ist hoch, breit und auch wunderschön - aber eben ganz anders.

Vor einigen Jahren entdeckten wir in einem der Stachelkissen ein gut getarntes Nest. Nach längerem Werweissen («Haselmaus? Zaunkönig? Superman?») haben wir das Rätsel gelöst: Der Zilpzalp wars! Ein kleiner brauner Vogel, dessen Ruf wie sein Name klingt, irgendwie. Sein Nest baut er knapp über dem Boden in niedrigem Gesträuch. Da er sich heimlich ans Nest anpirscht, sieht man ihn fast nie. Falls doch, freuen Sie sich!

Standort: Im Nordgarten, im "Eichenhügel"

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Pflanze des Monats

Mandelbaum
Prunus dulcis

Es gibt vernünftige Gründe, keinen Mandelbaum zu pflanzen: Er wächst nur im Weinbauklima, liebt heisse Sommer und mildfeuchte Winter. Bei starkem Frost leidet der Fruchtansatz. Falls nicht, entwickeln sich Früchte, die an vergammelte Aprikosen erinnern. Es gibt verschiedene Sorten, doch die meisten lassen sich kaum knacken, und bittere Mandeln sind giftig. Am besten geeignet sind sogenannte Krachmandeln. Der Name kommt nicht etwa vom Krach beim Öffnen der Schale, sondern bezeichnet Varietäten, welche leicht zu knacken sind.

Ist die Mandel endlich befreit, freut sich der Mensch. Sie schmeckt wunderbar, ist gesund und lässt sich vielfältig verwenden. Hätte sie einen exotisch klingenden Namen wie Chia oder Quinoa, würde sie im Internet 
von Inflünzern als Superfood gefeiert. Man kann sie essen, backen, zu Öl, Milch oder Paste verarbeiten oder als Schmiermittel sowie zur Körperpflege verwenden.

Mandelbäume stammen aus Südwestasien, werden seit Jahrtausenden genutzt und wurden von den Römern (die genau wussten, was gut ist) nach Europa gebracht, zusammen mit dem Wein. Inzwischen werden Mandeln in vielen Weltgegenden angebaut, was mancherorts durch den hohen Wasserbedarf zum Problem wird. In Anbaugebieten wie zum Beispiel in der Pfalz zieht die Mandelblüte jedes Jahr viele Besucher an. Wenn sich die Knospen öffnen, ist das immer wieder eine grosse Freude. Die unglaublich schöne Blüte ist vielleicht kein vernünftiger, aber ein guter Grund, auch im eigenen Garten ein Mandelbäumchen zu pflanzen. Wenn man dann später ein paar Mandeln ernten kann: Umso besser!

Standort: Im Nordgarten, hinter dem Silberhang

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Pflanze des Monats

Traubendorn
Danae racemosa

Wer den Traubendorn kaufen möchte, sucht meistens lange, da ihn kaum eine Gärtnerei anbietet. Denn die Aussaat dauert ewig, die Teilung ist unergiebig und mühsam. Hat man ihn dann doch irgendwo gefunden, geduldet man sich einige Jahre, bis die Pflanze zur vollen Schönheit herangewachsen ist. Doch es lohnt sich: Glänzendgrünes Laub, elegant überhängender Wuchs und rote Beeren im Herbst – und das über Jahrzehnte!

Hinter dem Namen Danae verbirgt sich eine haarsträubende Geschichte der griechischen Mythologie: Akrisios, dem König von Argos, wurde geweissagt, er werde dereinst durch die Hand seines Enkels sterben. Daraufhin fiel ihm nichts Besseres ein, als seine einzige Tochter Danae einzusperren, auf dass es keinen solchen geben möge. Zeus, Göttervater und grosser Befruchter, drang daraufhin in Form eines goldenen Regens in Danaes   Verlies ein, um sie (wahrscheinlich ungefragt) zu schwängern. Ein Enkel namens Perseus wurde geboren, woraufhin Danae von ihrem liebenden Vater mitsamt Säugling in einer Holztruhe ins Meer geworfen wurde.

Beide wurden von einem Fischer gerettet und lebten auf dessen Insel. Es folgten diverse abenteuerliche Geschichten, welche zu lang und wirr sind, als dass sie hier erzählt werden könnten. Jahre später starb Akrisios an einem Sportanlass durch einen fehlgeleiteten Diskuswurf aus Perseus' Hand. Gute alte Zeit nennt man sowas... Der Traubendorn ist aber trotz allem eine wunderbare Pflanze.

Standort: Im Nordgarten, im "Eichenhügel"

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Pflanze des Monats

Hadernblatt, Zungen-Mäusedorn
Ruscus hypoglossum

«Hier wächst nix! » schallt es durch die Gärten, wenn es um trockenheisse Stellen im Schatten unter Bäumen geht. Wo Rosen, Tulpen, Nelken nur jammern und verwelken, könnte man es mit dem Hadernblatt versuchen. Nach der Pflanzung tut es erstmal keinen Wank, legt aber im Folgejahr zu und später richtig los. Mit seinen kurzen Ausläufern ist es ein zuverlässiger, immergrüner Bodendecker.

Das Hadernblatt stammt aus Südosteuropa und der Türkei. 1543 schrieb der berühmte Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs zur «Statt seiner wachsung», «Das Zäpfflinkraut (Hach, welch schöner Name!) wechst in hohen wälden unnd würdt auß dem Ungerland zu uns gebracht unnd in ettlichen gärten gepflantzt.» Seine breiten Blätter sind keine, sondern umgewandelte Stiele. In deren Mitte sitzen im Frühling (und oft schon im Winter) winzige Blüten und im Sommer rote Beeren. Diese aber nur theoretisch, da hier nur weibliche Pflanzen stehen und die Männchen fehlen.

Sieht man genau hin, entdeckt man, dass die kleinen Blüten frech ihre Zungen herausstrecken. Aber keine Angst, sie leiden nicht unter der Blauzungenkrankheit, sie sind vielmehr die Chow Chows unter den Pflanzen. Aber vegan.

Standort: Im Nordgarten, im "Eichenhügel"

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Pflanze des Monats

Geweihbaum
Gymnocladus dioicus

Dieser markante Baum wächst langsam, kann aber im Alter sehr hoch werden. Seine grossen Blätter sind fein gefiedert und spenden lichten Schatten. Sie erscheinen erst spät gegen Ende Mai, was den botanischen Namen, der übersetzt 'Nacktästler' heisst, erklärt. Da der Geweihbaum keine feinen Zweige bildet, wirken die kahlen Triebe geweihähnlich.

Hitzetoleranz, Frosthärte sowie Krankheitsresistenz machen diesen Baum zum Klimahelden. Er hat keine besonderen Ansprüche an den Boden, kann aber mit der Zeit Ausläufer bilden und dadurch lästig werden. Seine auffälligen Früchte enthalten sehr giftige Samen, welche nach gründlichem Rösten essbar sind. In Kentucky wurden sie von den ersten Siedler:innen als Kaffeeersatz verwendet, doch der Geschmack wurde nicht besonders geschätzt.

Der Geweihbaum hat in Nordamerika ein grosses Verbreitungsgebiet, ist aber überall selten. Vor ein paar Jahrtausenden war das noch anders: In Amerika lebten Mastodonten, so etwas wie kompakte Mammuts. Sie frassen seine nahrhaften Hülsen, wobei die harten Samen erst durch die Verdauungssäfte keimfähig gemacht und, in prächtige Düngerhaufen „gepflanzt“, sehr gut gediehen. Seit dem Aussterben der Mastodonten keimen nur noch wenige Samen des Geweihbaums. Damit ist er aus der Zeit gefallen und zählt – wie Avocado und Milchorange – zu den Reliktpflanzen.

Standort: Südwestlich des Restaurants Iris

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Pflanze des Monats

Japan-Aster
Aster ageratoides ‘Ezo Murasaki’

Ohne Krokusblüten wäre hier im Frühling tote Hose, gefolgt von langweiligem Grün im Sommer. Aber im Herbst startet Aster 'Ezo Murasaki' plötzlich durch und begeistert Menschen wie Insekten gleichermassen.

Die späten Blüten dieser hübschen Aster sind relativ frosthart und erscheinen bis in den Spätherbst. Sie wechseln von hellem zu dunklem Blauviolett. In Japan heisst dieser traditionell verwendete Farbton ‘Edo Murasaki’, übersetzt ‘Tokyo-Purpur’. Wahrscheinlich bezieht sich der Name dieser Aster auf diese Farbe und wäre somit falsch geschrieben. Zur allgemeinen Verwirrung trägt eine ähnliche Pflanze bei, eine Schönaster (Kalimeris) 'Edo Murasaki'. Sie blüht in derselben Farbe, aber schon im Frühsommer.

Dieses hübsche Gewächs ist sehr gesund und äusserst durchsetzungsfähig. Mit ihren Ausläufern neigt es zum Wuchern, ist aber längst nicht so raumgreifend wie die berüchtigte Sorte 'Asran'. Unter lockeren Gehölzen, im Halbschatten oder auch an etwas trockeneren Stellen im Garten lässt sie sich gut verwenden. Durch die späte Blüte ist sie wertvoll für Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten. Auch in der Vase macht sie eine gute Figur - ein richtiger Tausendsassa!

Standort: Am Waldhain neben der Kübelpflanzenwelt

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Pflanze des Monats

Prärieaster
Symphyotrichum turbinellum

Ein letztes Aufbäumen vor dem Winter, Farbrausch vor dem Untergang, ungeahnte Blütenpracht: Herbstastern! Sie verlangen Dünger, Wasser und einen guten, humosen Gartenboden. Ihre kahlen Füsse sollte man verstecken, gewisse Sorten lümmeln herum und müssen gestützt oder geschnitten werden. Behandelt man sie standesgemäss, danken sie es mit hinreissender Schönheit. Doch Hitze, Trockenheit und andere Zumutungen verwandeln diese Diven in übellaunige Mickerdinger.

Das ist die Stunde der bescheidenen Verwandtschaft - der Prärieaster. Heisse, trockene Sommer machen ihr nichts aus, im Gegenteil: Wird sie zu sehr verwöhnt, verliert sie den grazilen Wuchs und ihre Standfestigkeit. Mit ihren dünnen Trieben wirkt sie sehr zart und bleibt kleiner als die bunten Brätscher. Dafür scheinen die violettblauen Blüten an den drahtigen Stielen über dem Laub zu schweben! Die gelbe Blütenmitte wird nach kurzer Zeit violettrot, was besonders attraktiv wirkt.

Auch bei vielerlei Bestäuberinsekten stösst die Prärieaster auf reges Interesse. Das führt zum einzigen Nachteil dieser wunderbaren Staude: Ihre Sämlinge! Zu Hunderten! Doch wer beim Jäten ein paar von ihnen eintopft, hat nach kurzer Zeit wunderbare Geschenke für alle Verwandten und Bekannten mit sonnigem Garten oder Balkon.

Standort: Im Farbhügel neben dem Pächterhaus Vorder Brüglingen

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Pflanze des Monats

Efeu-Prunkwinde
Ipomoea hederacea

Alle möchten Morning Glory, die Blaue Prunkwinde, im Garten haben. Doch spätestens beim Apéro, wenn sie von Freunden und Familie bewundert werden soll, dämmert es einem: Ihren Namen hat sie nicht von ungefähr – spätestens am Mittag sind die hinreissenden Blüten verschrumpelt. Es soll schon Nachtschwärmer gegeben haben, die ihre Pflanze nie haben blühen sehen.

Etwas spätaufsteherfreundlicher ist die nah verwandte Efeu-Prunkwinde (nicht zu verwechseln mit der Efeublättrigen Prunkwinde mit kleinen roten Blüten). Ihr zart behaartes Laub ist zumeist dreilappig, was sehr attraktiv wirkt. Theoretisch wird sie bis zu vier Meter hoch, aber wie sie kann auch höher. Ihre Blüten halten bis weit in den Nachmittag hinein. Ursprünglich blüht diese Prunkwinde hellblau, doch inzwischen gibt es verschiedene Farben im Handel.

Um zur Höchstform aufzulaufen, wünscht sich dieses leider nur einjährige Gewächs alles und davon gerne noch mehr: Wasser, Wärme, Nährstoffe, Sonne und gute Erde. Sie ist selten zu bekommen, aber mit Glück findet man die Samen im Handel. Die Anzucht ist einfach: Im März auf der Fensterbank vorziehen, sehr verwöhnen und Mitte Mai auspflanzen. Der Rest ist Freude (und giessen).

Standort: Bei den Gewächshäusern

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Pflanze des Monats

Bündner Oberländer Schaf
Ovis orientalis aries 'Bündner Oberländer'

Sowohl im Gebirge wie auch im Flachland kommt das Bündner Oberländer Schaf vor. Seine Wurzeln reichen tief in graue Vorzeit, bis hinunter zum Torfschaf. Daher zählt man es zu den Tiefwurzlern. Es gedeiht aber nicht nur auf Torf, sondern auf fast allen Böden, auch an kargen Orten.

Das Bündner Oberländer Schaf ist zweihäusig. Weibliche Exemplare enthalten zeitweise ungiftigen Milchsaft. Es werden meist nur zwei, dafür aber erstaunlich grosse Sämlinge gebildet. Die wolligen Auswüchse der Pflanze werden zu Textilien verarbeitet. Breitbuschiger Wuchs, dichtwollige Oberfläche und hohe Farbvariabilität machen es zu einer Zierde in jedem Garten, wo sich die Kombination leider oftmals als schwierig erweist: Als Vollparasit ernährt sich dieses Gewächs von verschiedenen Wirtspflanzen. Deshalb bildet es kein eigenes Blattgrün, was zu der für Pflanzen eher untypischen Färbung führt.

Neueste Forschungsergebnisse auf molekularer Ebene lassen vermuten, dass die Gattung Ovis irrtümlicherweise zu den Pflanzen gestellt wurde. Eine Zugehörigkeit zu den Pilzen wird diskutiert, doch die eher pilzuntypischen Geräusche dieses Schafs sprechen dagegen.

Standort: Wechselnde Wiesenflächen in den Merian Gärten