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Pflanze des Monats

Prärieaster
Symphyotrichum turbinellum

Ein letztes Aufbäumen vor dem Winter, Farbrausch vor dem Untergang, ungeahnte Blütenpracht: Herbstastern! Sie verlangen Dünger, Wasser und einen guten, humosen Gartenboden. Ihre kahlen Füsse sollte man verstecken, gewisse Sorten lümmeln herum und müssen gestützt oder geschnitten werden. Behandelt man sie standesgemäss, danken sie es mit hinreissender Schönheit. Doch Hitze, Trockenheit und andere Zumutungen verwandeln diese Diven in übellaunige Mickerdinger.

Das ist die Stunde der bescheidenen Verwandtschaft - der Prärieaster. Heisse, trockene Sommer machen ihr nichts aus, im Gegenteil: Wird sie zu sehr verwöhnt, verliert sie den grazilen Wuchs und ihre Standfestigkeit. Mit ihren dünnen Trieben wirkt sie sehr zart und bleibt kleiner als die bunten Brätscher. Dafür scheinen die violettblauen Blüten an den drahtigen Stielen über dem Laub zu schweben! Die gelbe Blütenmitte wird nach kurzer Zeit violettrot, was besonders attraktiv wirkt.

Auch bei vielerlei Bestäuberinsekten stösst die Prärieaster auf reges Interesse. Das führt zum einzigen Nachteil dieser wunderbaren Staude: Ihre Sämlinge! Zu Hunderten! Doch wer beim Jäten ein paar von ihnen eintopft, hat nach kurzer Zeit wunderbare Geschenke für alle Verwandten und Bekannten mit sonnigem Garten oder Balkon.

Standort: Im Farbhügel neben dem Pächterhaus Vorder Brüglingen

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Jetzt aktuell

Was blüht?

Nach der Hitze des Hochsommers zeigt sich der Spätsommer bereits mit einem leichten Anflug von Herbst. Erste Blätter nehmen eine gelbliche Färbung an und auch im Bereich der Blüten zeigen sich bereits Vorboten der kommenden Jahreszeit.  Die aktuellen Highlights:

  • In der Clematissammlung blüht die Sorte ‘Lambton Park’ in einer für Clematis eher ungewohnten gelben Farbe. Etwas unauffälliger, dafür mit untypischer Blattform die Art C. songarica. Wer es lieber etwas klassischer mag, findet bestimmt Gefallen an C. ‘Princess Diana’.
  • Im schattigen Lindenhain zwischen Gewächshäusern und Pächterhaus blühen das Zottige Purpurglöckchen (Heuchera villosa) und die Waldaster (Eurybia divaricata). Daneben in den sonnigen gelegenen Beeten prangt die Gewürzrinde (Senna hebecarpa) neben dem Strauchigen Hasenohr (Bupleurum fruticosum)
  • Auf der Iriswiese erblühen in nächster Zeit viele der in Streifen gepflanzten Gräser. Beispielsweise das Prärie-Bartgras (Schizachyrium scoparium in Sorten) oder die Rutenhirse (Panicum virgatum ‘Shenandoah’). Bei den Wildiris fallen sofort die zahlreichen weissen Blüten der Zephirblume (Zephyranthes candida) ins Auge. Und ein blühendes Gehölz: Die Chinesische Kreuselmyrte (Lagerstroemia indica).
  • Damit nicht genug. Einen weiteren blühenden Baum kann man oberhalb der grossen Treppe bewundern. Zumindest solange man sich nicht vom Namen abschrecken lässt: Die Samthaarige Stinkesche (Tetradium daniellii). Und nur ein paar Schritte weiter, an der Südwand des Gewächshauses den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides).
  • Im Kübelpflanzendschungel verstecken sich gerade viele Blütenschätze. Z.B. die Einstämmige Himmelsblüte (Duranta erecta), das Speerblatt (Pavonia hastata), Gerradranthus macrorhizus oder der Veilchenstrauch (Iochroma cyaneum).
  • Zu guter Letzt erblüht im Rhododendron-Tal gerade eine winterharte Begonie (Begonia grandis subsp. sinensis).

Überall in den Gärten beginnen die ersten Astern zu blühen. Wir pflegen eine grosse Anzahl an Arten und Sorten, deren Blütezeit sich nun über die nächsten drei Monate ziehen wird. Welche gefällt Ihnen am besten? teilen Sie Ihre Lieblinge auf Instagram mit dem Tag @merian.gaerten und #meriangärten!

Clematis 'Princess Diana’
Clematis 'Princess Diana’
Strauchiges Hasenohr (Bupleurum fruticosum)
Strauchiges Hasenohr (Bupleurum fruticosum)
Einstämmige Himmelsblüte (Duranta erecta)
Einstämmige Himmelsblüte (Duranta erecta)
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Pflanze des Monats

Efeu-Prunkwinde
Ipomoea hederacea

Alle möchten Morning Glory, die Blaue Prunkwinde, im Garten haben. Doch spätestens beim Apéro, wenn sie von Freunden und Familie bewundert werden soll, dämmert es einem: Ihren Namen hat sie nicht von ungefähr – spätestens am Mittag sind die hinreissenden Blüten verschrumpelt. Es soll schon Nachtschwärmer gegeben haben, die ihre Pflanze nie haben blühen sehen.

Etwas spätaufsteherfreundlicher ist die nah verwandte Efeu-Prunkwinde (nicht zu verwechseln mit der Efeublättrigen Prunkwinde mit kleinen roten Blüten). Ihr zart behaartes Laub ist zumeist dreilappig, was sehr attraktiv wirkt. Theoretisch wird sie bis zu vier Meter hoch, aber wie sie kann auch höher. Ihre Blüten halten bis weit in den Nachmittag hinein. Ursprünglich blüht diese Prunkwinde hellblau, doch inzwischen gibt es verschiedene Farben im Handel.

Um zur Höchstform aufzulaufen, wünscht sich dieses leider nur einjährige Gewächs alles und davon gerne noch mehr: Wasser, Wärme, Nährstoffe, Sonne und gute Erde. Sie ist selten zu bekommen, aber mit Glück findet man die Samen im Handel. Die Anzucht ist einfach: Im März auf der Fensterbank vorziehen, sehr verwöhnen und Mitte Mai auspflanzen. Der Rest ist Freude (und giessen).

Standort: Bei den Gewächshäusern

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Braune Flecken im Rasen?

Ja, richtig gesehen. Unser Rasen hat braune Flecken. Und an diesen Anblick muss man sich im Sommer gewöhnen, denn das ist heute normal. Aus zwei guten Gründen.
Erstens: Im Rahmen unserer Klimastrategie haben wir die Bewässerung unserer Rasenflächen umgestellt. Einen Rasen während der Sommermonate grün zu halten, braucht sehr viel Giesswasser. Angesichts immer heisserer und trockenerer Sommer ist das nicht mehr nachhaltig.  Deshalb haben wir unseren Rasen in einen vielfältigen Blumenrasen wachsen lassen  und giessen ihn nicht mehr. Blumenrasen besteht aus robusten Gräsern wie Wiesenrispe und Rotschwingel, gemischt mit Gänseblümchen, Weissklee und anderen tritt- und schnittverträglichen Blütenpflanzen. Blumenrasen braucht weniger Wasser, bleibt länger grün und bietet auch noch eine grössere Vielfalt an Nahrung für Insekten. Und, falls es mal länger nicht regnet, verdorrt er zwar stellenweise, die Wurzeln der Pflanzen bleiben aber gesund. Sobald es wieder kühler und feuchter wird, spriessen neue Blätter.
Alle unsere Rasenflächen werden seit 2023 nicht mehr bewässert. Mit einer Ausnahme: der Rasen im Englischen Garten , der unter Denkmalschutz steht.  Als sogenannter «Pleasure Ground» ist er ein zentrales Gestaltungselement vom historischen Landschaftsgarten. Damit er grün bleibt, wird er normalerweise in den frühen Morgenstunden bewässert.
Doch auch hier giessen wir momentan nicht. Der Grund ist der Japankäfer, der 2024 erstmals in Basel gefangen wurde. Seine Larven leben im (feuchten) Boden und fressen die Wurzen von Gräsern. Um eine Ausbreitung zu verhindern, gilt bis Ende September in weiten Teilen der Stadt Basel und in der nahen Umgebung  ein Bewässerungsverbot, auch für den Pleasure Ground im Englischen Garten.
Also: brauner Rasen gehört künftig zum Sommer wie Glacé und Flipflops. Er ist nicht ein Zeichen von Vernachlässigung – sondern von Weitsicht. Wer heute auf sattgrünen Zierrasen verzichtet, schützt morgen das Klima, spart Wasser und unterstützt die Artenvielfalt. Ein bisschen braun ist also ganz schön grün.
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Jetzt aktuell

Was blüht?

Die Gärten haben einen Hochsommerlook angenommen. Die Wiesen sind ein erstes Mal gemäht, das Obst reift an den Bäumen und der Rasen zeigt Spuren der Hitzetage. Und es gibt viele Blüten zu sehen.

Die Highlights:

  • Die Taglilien befinden sich in Vollblüte. Bereits beim Eingang St. Jakob sieht man es bunt leuchten. Besonders schön ist hier beispielsweise die Kombination von Hemerocallis ‘Fooled Me’ und ‘Little Joy’.
  • Im Farbhügel neben dem Pächterhaus sind die Schmucklilien erblüht. Alle unsere Sorten sind ganzjährig ausgepflanzt und haben bisher jeden Winter überstanden, obwohl sie nur bedingt winterhart sind. Dazu gehören z.B. Agapanthus ‘Midnight Star’, A. ‘Steffen’ oder A. ‘Isis’. Der Farbhügel ist aktuell allgemein sehr sehenswert. Nebst den weiterhin blühenden Eryngium gibt es einige von Insekten bevölkerte Doldenblütler (u.a. der Graue Bergfenchel: Seseli gummiferum), die ersten Astern und vieles mehr.
  • Die Kübelpflanzenwelt hat sich zum Dschungel entwickelt. Wer sich in das Dickicht wagt, kann dort die Blüten des Natal-Korallenbaums (Erythrina humeana), der Weisskopfmimose (Leucaena leucocephala) oder von Clerodendrum chinense entdecken.
  • Einiges zu sehen gibt es ausserdem im Arzneipflanzengarten. Als eines der wenigen spätblühenden Gehölzen beispielsweise der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus). Ausserdem gerade schön: Die verschiedenen Eisenhüte (Aconitum), die Grindelie (Grindelia robusta) oder die Pracht-Nelke (Dianthus superbus).

Ein Spaziergang lohnt sich alleweil und wem es zu warm wird, darf sich eine Lieblingsbank im Schatten aussuchen.

Taglilien in voller Blüte
Taglilien in voller Blüte
Schmucklilien neben Pächterhaus
Schmucklilien neben Pächterhaus
Die Blüten des Korallenbaums in der Kübelpflanzenwelt
Die Blüten des Korallenbaums in der Kübelpflanzenwelt
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Pflanze des Monats

Bündner Oberländer Schaf
Ovis orientalis aries 'Bündner Oberländer'

Sowohl im Gebirge wie auch im Flachland kommt das Bündner Oberländer Schaf vor. Seine Wurzeln reichen tief in graue Vorzeit, bis hinunter zum Torfschaf. Daher zählt man es zu den Tiefwurzlern. Es gedeiht aber nicht nur auf Torf, sondern auf fast allen Böden, auch an kargen Orten.

Das Bündner Oberländer Schaf ist zweihäusig. Weibliche Exemplare enthalten zeitweise ungiftigen Milchsaft. Es werden meist nur zwei, dafür aber erstaunlich grosse Sämlinge gebildet. Die wolligen Auswüchse der Pflanze werden zu Textilien verarbeitet. Breitbuschiger Wuchs, dichtwollige Oberfläche und hohe Farbvariabilität machen es zu einer Zierde in jedem Garten, wo sich die Kombination leider oftmals als schwierig erweist: Als Vollparasit ernährt sich dieses Gewächs von verschiedenen Wirtspflanzen. Deshalb bildet es kein eigenes Blattgrün, was zu der für Pflanzen eher untypischen Färbung führt.

Neueste Forschungsergebnisse auf molekularer Ebene lassen vermuten, dass die Gattung Ovis irrtümlicherweise zu den Pflanzen gestellt wurde. Eine Zugehörigkeit zu den Pilzen wird diskutiert, doch die eher pilzuntypischen Geräusche dieses Schafs sprechen dagegen.

Standort: Wechselnde Wiesenflächen in den Merian Gärten

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Grosse Umpflanzaktion bei den Iris

Wir halten die Irissammlung fit, in dem wir sie umpflanzen. Dabei bleiben einige Rhizome übrig, die Liebhaber:innen kaufen können - ein Stück Gartenkultur für den eigenen Garten.

Bartiris bilden unterirdische Sprossachsen, die Rhizome. Diese breiten sich horizontal an der Bodenoberfläche aus. Jährlich gibt es Zuwachs, wobei die Iris immer nur aus den neuesten, äussersten Stücken Blätter und Blüten ausbilden. Die Mitte der Horste wird kahl und bildet keine Blüten mehr aus. Auch wachsen die Einzelpflanzen mit der Zeit so dicht zusammen, dass nicht mehr gut zu erkennen ist, welche Rhizome zu welcher Sorte gehören.

Deshalb graben wir alle fünf Jahre unsere Irispflanzen aus, kürzen die Rhizome und pflanzen sie neu ein. Diese Arbeit machen wir nicht auf einmal, sondern teilen sie über mehrere Jahre auf – jedes Jahr bearbeiten wir einen Teil der Sammlung.

Wie geht das?

David Klein, Zierpflanzengärtner:

«Wenn die Bartiris im Juni verblüht sind, beginnt der Zeitraum zum Umpflanzen. 
Wir graben zuerst die Rhizome vorsichtig aus. Ich mache das am liebsten mit einer Grabgabel. Wichtig ist, dass sämtliche Rhizome einer Pflanze erwischt werden. Auch die ganz kleinen, welche manchmal etwas tiefer liegen.  Dann nehmen wir sie auseinander und sortieren direkt aus – vitale Rhizome kommen in eine Box mit Sortenschild, kranke oder zu kleine Rhizome landen auf dem Kompost. Wichtig ist: Pro Sorte nur eine Kiste! Wir graben immer eine Sorte vollständig aus bevor wir mit der nächsten anfangen, um keine Verwechslung zu riskieren.

An der Putzstation schneiden wir das Laub mit einer scharfen Schere zurück und brechen die Rhizome an den dünnen Stellen auseinander. Jedes Stück muss Blätter und Wurzeln haben; dann sind sie bereit zum Einpflanzen. Pro Sorte pflanzen wir etwa 5 bis 6 Rhizome wieder ein, den Überschuss verkaufen wir.

Die Beete werden von Unkraut befreit und glatt gerecht. Obendrauf kommt eine Schicht Lavasand. Wir können die Iris in dasselbe Beet zurückpflanzen, da der Boden erst ein paar Jahre alt ist und ein Fruchtwechsel daher noch nicht nötig ist.

Diese Arbeit ist aufwendig und dauert mehrere Wochen. Das Zierpflanzenteam wird dabei von mehreren Freiwilligen unterstützt. Täglich arbeiten mindestens zwei Gärtner:innen an der Umpflanzung. Die Arbeit bedeutet lange Tage in Sonne und Hitze und man verbringt viel Zeit auf den Knien. Ganz schön anstrengend für den Körper! Es macht aber Freude zu sehen, wie aus den wenigen Rhizome dann schnell wieder grosse Pflanzen wachsen.»

Warum ist das wichtig?

Barbara Wüthrich, Kustodin:

«Mit circa 1500 Sorten ist die Irissammlung in den Merian Gärten eine der  bedeutendsten Sammlungen Europas. Sie ist dabei viel mehr als ein buntes Blütenspektakel – sie ist ein einzigartiges Kulturgut. Denn Zierpflanzensorten sind nicht «natürlich» entstanden, sondern Ergebnis jahrelanger, gezielter Zuchtbemühungen. Sie spiegeln auf besondere Weise die Geschichte der Hortikultur und die Modetrends ihrer jeweiligen Zeit. Das zeigt sich nicht nur in den teils fantasievollen Namen wie ‘Tequila Sunrise’  oder ‘Neon Rainbow’, beides typische Sorten aus den verspielten 1970er Jahren. Auch ihr Erscheinungsbild erzählt Geschichten: mal klein und zierlich, mal gerüscht und üppig, mal in gedeckten oder auffälligen Farben – jede Sorte steht für einen bestimmten Stil, der zur Entstehungszeit beliebt war. In der Sammlung finden sich zudem ganze Sortimente berühmter Züchter und einzelne Schlüsselsorten, die die Entwicklung der Iriszucht massgeblich geprägt haben.

Die Merian Gärten pflegen diese Sammlung mit dem Ziel, sie vollständig und langfristig zu erhalten. Viele der Sorten sind historisch bedeutsam und im Handel nicht mehr erhältlich. Deshalb gilt unsere Irissammlung als wichtige Referenzsammlung, in der ursprüngliche Exemplare zahlreicher Sorten bewahrt werden. Das Wissen um diese Sorten und ihre Geschichte teilen wir aktiv mit einem internationalen Netzwerk an Fachleuten und Gesellschaften, die sich für den Erhalt von Gartenkultur einsetzen. So stellen wir sicher, dass die Kulturleistung, die in diesen Pflanzen steckt, auch für zukünftige Generationen lebendig bleibt.

Mehr über die Iris-Sammlung

IRIS-VERKAUF BEENDET

Alle Rhizome sind verkauft und die Aktion ist abgeschlossen. Bis zum nächsten Mal! 

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Jetzt aktuell

Was blüht?

Die Hauptblüte in der Irissammlung ist vorbei und auch die Pfingstrosen sind grösstenteils verblüht. Doch das ist kein Grund für Wehmut! Denn jetzt sind andere Pflanzen dran. Das wechselfeuchte Wetter lässt die Vegetation explodieren; alles ist üppig und grün.

Die Highlights:

  • Gerade sehr sehenswert ist das Beet entlang des Wegs zwischen Villa Merian und Mühle. Auch das Garrigue-ähnliche Beet neben den Gewächshäusern leuchtet sogar bei schlechtem Wetter in sonnigem Gelb.
  • Im Farbhügel neben dem Pächterhaus blühen zahlreiche Eryngium und andere «Distelartige» auf. Sie begeistern mit ihren skulpturalen Formen und einer erstaunlichen Trockenheitsresistenz – hier giessen wir inzwischen gar nicht mehr. Ausserdem werden sie, kaum aufgeblüht, von einer vielzahlt von Insekten belagert.
  • Beim Eingang St. Jakob blühen die Taglilien in allen Farben von gelb bis purpurviolett. Ende Juni zum Beispiel die roten und purpurenen Sorten ‘Midnight Lace’ und ‘Breathless Beauty’, zu den späteren Sorten gehören 'August Orange' oder 'Bed of Rose'. In den Beeten entlang des Weges zum Nordgarten befinden sich rund 50 verschiedene Sorten. Die Hauptblütezeit zieht sich vom Juni bis in den August..
  • Bis Ende Juni ist noch Storchschnabel-Zeit. Insbesondere in Vorder Brüglingen tummeln sich zahlreiche Arten und Sorten von Geranium. Ein paar Beispiele: G. ‘Patricia’, G. himalayense ‘Derrick Cook’, G. ibericum, oder G. x ‘Terre Franche’ – zu entdecken in verschiedenen Staudenbeeten. Im Juli werden sie in den Beeten von den ersten zarten Asternblüten abgelöst. Etwa von Aster sedifolius ‘Nanus’ oder A. amellus ‘Veilchenkönigin’.
  • Bei den Gehölzen ist die Hauptblütezeit zwar vorbei. Eine Ausnahme bildet aber der Chinesische Schneeball (Viburnum henryi) zwischen Gewächshäusern und Nordgarten, der gegen Ende Juni abblüht.
  • In der Kübelpflanzenwelt jetzt besonders sehenswert: Zedrachbaum (Melia azedarach), Bomarea edulis und die Strelitzie (Strelitzia reginae).
  • Der Arzneipflanzengarten ist geschaffen für die heisse Jahreszeit. Viele Pflanzen dort blühen erst in der Hitze richtig auf. Momentan im wörtlichen Sinne beispielsweise das Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), der Diptam (Dictamnus albus) oder das Johanniskraut (Hypericum perforatum).
Storchenschnabel, überall in Vorder Brüglingen zu finden
Storchenschnabel, überall in Vorder Brüglingen zu finden
Gelbe Taglilien beim Eingang St. Jakob
Gelbe Taglilien beim Eingang St. Jakob
Auch gelb und doch ganz anders: das Staudenbeet zwischen Villa Merian und Mühle
Auch gelb und doch ganz anders: das Staudenbeet zwischen Villa Merian und Mühle
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Pflanze des Monats

Wurmfarn
Dryopteris filix-mas

Frühsommer! Alles blüht. Alles? Nein! Eine unbeugsame Gruppe uralter Pflanzen hört nicht auf, dem Blütenwahn Widerstand zu leisten: Farne existierten schon viele Jahrmillionen vor den Samenpflanzen und sind bisher immer gut gefahren ohne solch neumodisches Zeug wie Düfte, Fruchtknoten, oder - Gott behüte! - farbige Blütenblätter. Ihre Sporen machen optisch nicht viel her, funktionieren aber immer noch zuverlässig und wirken nicht so protzig wie dieses bunt blühende Flatterzeug. Und dann noch dieses Trara mit den Insekten… ekelhaft!

Auch ohne farbige Anhängsel sind Farne faszinierende Lebewesen mit filigranen Wedeln und spiralförmigem Austrieb. Je nach Art wachsen sie im Schatten, auf Bäumen, in alten Mauern; sie sind genügsam und ausdauernd. Der Wurmfarn kann Jahrhunderte alt werden. In den alten Rhizomen und Blattstielen speichert er Wasser und Nährstoffe und erträgt deshalb auch trockene Zeiten. Er enthält Acylphloroglucinole, welche so giftig sind wie sie tönen. Traditionell wurde der Wurmfarn gegen Würmer verwendet. Gelegentlich hiess es danach: «Erst stirbt der Wurm, dann stirbt der Mensch». Inzwischen gibt es Besseres.

In der guten alten Zeit wurden Farnsamen teuer gehandelt. Sie schützten vor Verletzungen durch Waffen, machten unsichtbar und halfen, verborgene Schätze aufzuspüren. Ein Jammer, dass es sie gar nicht gibt!

Standort: Englischer Garten, am Waldrand

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Die Gewächshäuser sind jetzt zugänglich

Ab sofort können Besucherinnen und Besucher unsere Gewächshäuser besuchen – ein Bereich, der bislang nicht öffentlich zugänglich war. Wer die schwere Glastür öffnet, betritt einen Ort, der bisher dem Gärtnerteam vorbehalten war. Auf einem ausgeschilderten Weg geht es vorbei an Pflanztischen und technischen Anlagen. 

Die Gewächshäuser bilden das gärtnerische Herz der Merian Gärten. Hier wachsen Jungpflanzen heran, werden empfindliche Arten überwintert und geschwächte Pflanzen gepflegt. Es ist ein Arbeitsort – und zugleich ein Ort des Wissens. Denn hier treffen handwerkliches Können und wissenschaftliche Arbeit aufeinander. Die Gewächshäuser machen sichtbar, was die tägliche Arbeit eines botanischen Gartens ausmacht: sorgfältige Pflegeabläufe, gärtnerisches Fachwissen sowie die Beschriftung und Dokumentation einer Vielfalt an Pflanzen. 

Der Zugang ist bewusst auf die Zeiten beschränkt, in denen auch das Gärtnerteam vor Ort ist: Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr. Denn der Publikumsweg führt durch den laufenden Betrieb. Besucherinnen und Besucher sind damit mitten im Geschehen und erleben die besondere Atmosphäre: warme, feuchte Luft, helles Licht und der wohlige Duft eines Gewächshauses.